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Moppedtagestour durch das wunderschöne Bergische Ländle
am 15.06.2006
Nachdem die vergangenen Tage mit Sonne
durch und durch gesegnet waren, machte der morgendliche Blick aus
dem Fenster nicht wirklich fröhlich: es war mal wieder alles grau in
grau und mehr als „ein paar niedliche Wolken“ am Himmel... Alle
Beteiligten fragten sich wohl unabhängig voneinander, „ob das wohl
gut gehen wird“? Zumal der Wetterbericht doch tatsächlich
voraussagte, dass es zum Nachmittag Regen und gar Gewitter geben
könne. Mein „persönlicher Wetterdienst“ in Form meiner Mutter, rief
mich kurz vor der Abfahrt noch an und teilte mit, dass es in
Wuppertal aus „Gießkannen regnen würde und wir uns das mit der Fahrt
doch noch mal gut überlegen sollten“. Naja, das war eine Info die
ich jetzt so gar nicht hören wollte! Sicherheitshalber wurden eben
die Regensachen mitgenommen.
Die wetterfesten Teilnehmerinnen trafen sich dann auch wie
vereinbart an der Tanke in Hubbelrath. Hier und da noch ein
Schlückchen Kaffee (der an der Tanke gut zu trinken ist) in den Kopp
geschüttet, damit es einem wieder warm wurde und sich die Augen nach
dem vollendetem Genuss vielleicht doch um ca. 2 mm weiter öffnen
würden.
Beate hat sich freundlicherweise für die Tour als „lebendiges
Navisystem“ zur Verfügung gestellt was ihr
den Namen „Uschi“
einbrachte (Navisysteme sind halt manchmal -trotz der besten
Technik- auch nur „blond“, was die Fahrroutenplanung angeht – es sei
an dieser Stelle jedoch schon vorweg genommen, dass „unsere“ Uschi
ihre Sache insgesamt hervorragend gemeistert hat). Als
Navigationsvorlage diente ihr wiederum mein entzückender Rücken.
Kurzerhand bekam ich als Leithammel der Gruppe die „Last der Tour
auf meine Schultern“ geschultert (Schlingel, wer da an doppelte
Symboliken denkt)...

Hier und da wurden die letzten Sachen verstaut, unter
anderem das von Beate in mühevoller Kleinarbeit kopierte Roadbook
was somit erst moppedfreundlich in der Handhabung wurde. Ferner gab
es für Jede noch ein kopiertes Landstrassenblatt, so das Jede für
alle eintretenden Fälle gerüstet ist.
Pünktlich zum Start wurde der Himmel gar auch ein
wenig heller. Gegen 10 Uhr haben wir uns dann auf die Böcke
geschwungen. Da nicht bekannt war über welche Fahr- und
Gruppenerfahrung die Einzelne verfügte wurden natürlich vorher noch
die üblichen „warmen Worte“ an die Gruppe gerichtet: Reihenfolge,
Verhalten in Gruppe, versetztes Fahren, Verhalten an Kreuzungen und
Ampeln, „Wendezeichen“ usw., halt was Frau so erzählt, wenn sie eine
Tour anführt mit 8 Moppeds im Spiegel.
Unsere Strecke führte uns über wunderschöne kleine und enge
Nebensträßchen von der Dhünn-, Fürwigge-, Verse-, Glör-, Ennepetal-
zur Herbringhauser Talsperre. (Als Roadbook aus dem Internet zu
ziehen unter: Roadbook bergisches land = googeln. Auf der Seite dann
nach „Tour 1“ Ausschau halten und wacker nachfahren = lohnt sich!)
Zu den einzelnen Talsperren sind wir erstmal über Solingen,
Wermelskirchen und Kürten gefahren. Natürlich muss an dem schön
gelegenen „Landhaus Fuchs“ in Kürten eine Pause gemacht werden,
welches wir selbstverständlich unfallfrei und vollzählig erreicht
haben. Allerdings wohl nicht ganz Straßenverkehrsordnungskonform, da
Nase jede Kreuzung mit ihrem Mopped für unsere Gruppe abgesperrt
hat, indem sie sich mit mittig auf die Fahrspur des Gegenverkehrs
gestellt hat. Im Landhaus wurden dann selbstverständlich die ersten
Benzin-, Erfahrungsaustausch- und Streckengespräche geführt, so wie
sich
das eben unter Bikern gehört...
Neben Fachsimpeleien kam natürlich auch das leibliche
Wohl nicht zu kurz. Es galt aus der reichhaltigen Fülle das beste
Leckerchen rauszusuchen für den individuellen Gaumen. Schließlich
galt es sich für die kommenden Kurven zu stärken.
Der aufmerksame Betrachter könnte bemerkt haben, dass der Himmel
heller wurde und die Tshirts an die Sonne kamen. Es wurde glatt so
warm während unseres Aufenthaltes im Fuchs, dass der Kellner uns
Sonnenschirme aufgespannt hat – ein kleines Wunder nach diesen
trüben Aussichten in der Früh! So ist das halt wenn Engel reisen...
Bevor wir wieder gestartet sind stellte ich noch die Frage an alle Beteiligten, ob die gefahrene Geschwindigkeit so gewählt ist, dass
Jede gut mithalten kann = Ja!! kam es von allen Seiten. Vor der
endgültigen Abfahrt vom Landhaus gab es die obligatorischen Gruppen(motorrad)fotos.


Der weitere Routenweg führte uns durch wunderschöne
Kurvenpassagen und ebenso wunderschöne Landschafts-abschnitte. Nach
ca. 1 ½ gefahrenen Stunden nach dem Mittagessen steuerten wir grob
die Richtung Gummersbach an. Dort erzählte uns „Schlemmer-Carmen“
(ist so getauft worden von uns, weil sie jede Menge leckere
kulinarische Geheimtipps kennt) von einem
wunderbar gelegenem Cafe
mit hausgemachten Kuchen und Waffeln mit einem wunderschönen Garten
dabei.
Die folgende Beratung ergab einstimmig, dass wir dort einen
„außerplanmäßigen“ Halt einlegen, um dort den angepriesenen
Gaumenschmaus selber zu testen. Das Ergebnis war mehr als zufrieden
stellend.
Selbst Nase saß glücklich und versonnen bei einer Kugel Schokoeis, die sie in einem Minibehälter serviert bekam.
Mitgereiste Dekokennerinnen unserer Gruppe mutmaßten, dass das
Eisgefäss auch ein kleines Teelichtglas sein könnte...
Aber auch Schlemmercarmen sah beglückt aus, als die
Waffeln vor ihr standen.
Ich möchte den geneigten Lesern natürlich nicht den
wunderschönen „Garten Eden“ des Cafe´s vorenthalten den wir, Gott
sei Dank, ganz für uns alleine hatten: Zum Einen hätten wir den
Altersdurchschnitt der übrigen Gäste dramatisch gesenkt
(Hauptbesuchsklientel ist nämlich Oma und Opa Mandelboom und deren
Eltern) und zum Anderen wären wir ganz bestimmt durch unsere „pinke“
Aura aufgefallen.

Ganz zu Schweigen von unserem kindlichen Verhalten, welches unter
anderem durch Schaukeln, Rutsche und dem Sandkasten mit Bagger und
Schaufel ausgelöst worden ist!!
Für den Fall das jemand auf die Idee kommen sollte, dass wir eine
„Gruppentrennung“ gehabt haben dem sei gesagt – es hat leicht zu
nieseln begonnen und die Sonnenschirme wurden kurzerhand zu
Regenschirmen umgewandelt.
Diese kleine verlängerte „Zwangspause“ wurden von uns allen mit der
heiteren Seite genommen ( ok, es ist grad kein kollektives Lachen zu
beobachten, aber zwei trauen sich trotzdem).

Ich nutzte die Zeit schon mal, um diverse Stichpunkte für diesen
Text zu notieren (schließlich habe auch ich schon das „kritische
Alter“ erreicht, indem frau auf der sicheren Seite ist, wenn sie
sich eben Notizen macht, damit nichts vergessen wird).

Nachdem die Sonne uns wieder gewogen war
wurden natürlich auch wieder Fotos gemacht. Selbstverständlich auch
wieder ein oder mehrere Gruppenfotos – jedoch zur Abwechselung mal
ohne Moppeds und fast ohne Spielzeug:

Teilnehmerinnen:
vorn inne Mitte: Nase;
zweite Reihe von links; Sissi, ich (Nicole), Schlemmer-Carmen,
Barbara, Silke; dritte Reihe von links: Karin, Beate alias Uschi,
Chris und Sabine
Zum Kassieren wollten alle Kellnerinnen zu uns in den Garten kommen,
da es sich rumgesprochen hatte, dass dort eine sehr lustige Truppe
versammelt ist. Wir wurden freundlich darauf hingewiesen, dass wir
jederzeit wieder gern gesehene Gäste sind!! Na denn...
Chris und Silke verließen unsere Gruppe nach dieser Pause und traten
die Heimfahrt an.
 
Der Rest machte sich fertig für die Weiterfahrt. Beate zog unter
Miniprotest ihr „liebgewonnes Müllmannwestchen“ an.
Wir hatten im Vorfeld überlegt, dass es damit für die
Einzelne der „Karawane“ bestimmt besser zu sehen ist, wo die Spitze
der Gruppe sich befindet, um unter anderem den Anschluss nicht
(ganz) zu verlieren oder gar durch eine kurze Unachtsamkeit sich
ungewollt der falschen Gruppe anzuschließen.... Auch das „Gruppenende“
in Form von Karin trug eine Warnweste. Dies hatte für mich den
Vorteil, dass wenn ich sie im Spiegel sah wusste, dass die Gruppe
dann komplett ist. Diese Form wollen wir die kommenden Touren, mit
größerer Gruppe beibehalten, da es sich sehr bewährt hat. Ich kann
Jeder empfehlen, die eine Tour leitet, dieses auch zu machen. Es
hilft und nimmt der Führung etwas „Spiegel-guck-Streß“ ab, da die
Warnweste gut zu sehen ist.

Natürlich trug auch Nase in ihrer Funktion als
„Kreuzungs-Dichtmacherin“ eine Weste. Schließlich ist Sicherheit
beim biken das oberste Gebot!!
Nun kamen (nach meinem Empfinden) die schönsten Strecken- und
Kurvenpassagen. Enge Gassen, tolle Serpentinen (konnte beim über die
Schulter schauen, die gesamte Gruppe betrachten, wie sie wie am
Schnürchen gezogen durch die Serpentine runter kamen – toll!!) Der
Streckenverlauf führte uns durch Ecken wo man wahrscheinlich nie
hergefahren wäre, da man den Eindruck hat hier kann es nicht weiter
gehen. Wunderbare Landschaften.
Es war so schön, dass ich mich im Stillen unterm Helm gefragt habe,
warum muss man fürs Kurvenkratzen in die Ferne? Es liegt doch (fast)
alles vor der Haustür...

Unser „Uschi“ war wohl auch so hingerissen von der
Landschaft, dass sie uns zweimal innerhalb kürzester Zeit zum Wenden
auffordern durfte...
Sind das nicht tolle Aufnahmen aus unserem „Wohnzimmer“ Bergisches
Land?
(freie Anlehnung an Boris Becker, dessen Wohnzimmer ja Wimbledon
war) .

Weil´s so schön ist, gibt es noch ein
Foto ;-))
Da wir ja nun schon wieder einige Zeit in den Sätteln saßen und der
Mund auch wieder eine gewisse Trockenheit aufwies, haben wir einen
Halt an der Glörtalsperre eingelegt. Hier wurde auch die Aussicht
mal wieder genossen und das erste kalte Weizen des Tages bestellt
(schließlich war es zu dieser Uhrzeit bestimmt schon irgendwo auf
der Welt dunkel)!!


Selbstredend war der leckere Gerstensaft alkoholfrei – ist doch
klar! Also keine Sorge - von wegen vorhin noch von Sicherheit reden
und mit Westen fahren, und dann Bierchen trinken...

Die Helme bekamen auch Gelegenheit ein wenig zu lüften.
Wir besprachen nun gemeinsam den weiteren Verlauf der Tour.
Knackpunkt war, dass Beate und ich die Strecke im Vorfeld mit dem
Auto abgefahren sind und wir bis Schwelm 6 reine Fahrstunden
benötigt haben. Daher resultierte im Vorfeld der Gedanke die Strecke
nicht komplett zu fahren, sondern in Schwelm bzw. Wuppertal auf die
Bahn zu gehen, damit man nicht völlig auf dem Zahnfleisch daheim
wieder ankommt. Aber – Tücke der Theorie: jetzt haben wir
festgestellt, dass die Strecke mit dem Zweirad wesentlich schneller
„abzufahren“ ist als mit dem Auto, und das auch noch im
Gruppenverbund. Wir entschieden uns dem Roadbook noch ein wenig zu
folgen bis Kreuzung xy.
Da hat Schlemmer-Carmen dann übernommen,
weil sie sich ihrem „Heimvorteil“ näherte und uns noch die ein oder
andere schöne Streckenpassage zeigen wollte auf unserer Reise zum
neu festgelegtem Ziel „Cafe Hubraum“ in Solingen.
Es wird nicht weiter verwunderlich sein, dass wir uns mal wieder
niederließen und unsere Tour Revue passieren ließen. Natürlich mit
flüssigen Nahrungsmitteln und? Ja was wohl? Klar!! Es wurde
abschließend auch noch mal „feste Nahrung“ aufgenommen. Schließlich
war das Fahren anstrengend und der Körper hat viele Kalorien
verbrannt...
Nachdem für das leibliche Wohl in allen Belangen über den gesamten
Tag hinweg gut gesorgt war, machte sich nun zum Abschluss doch in
einigen Gesichtern die Müdigkeit breit...

Es blieb ein letztes mal, gegen 23 Uhr, zum allgemeinen Aufbruch zu
blasen – jede der Damen trat nun unweigerlich ihren persönlichen
Heimweg an...
So, hier endet nun nach ca. 11 Stunden und etwas mehr als 300
gefahrenen Kilometern ohne Zwischenfälle, die Zusammenfassung der
Weiberkram Moppedtour durch das wunderschöne Bergische Ländle am
15.06.2006.
Ich hoffe, dass Dir das Lesen mindestens genauso viel Spaß gemacht
hat wie uns das Fahren, und das es mir gelungen ist, dem Leser (ja,
Du bist gemeint!) einen kleinen Einblicke in unsere Erlebnisse zu
gewähren...?!!!
Wirklich abschließend nochmals meinen Dank an alle Teilnehmerinnen:
Denn nur mit einer guten Truppe gibt's auch eine schöne Tour!!!
in diesem Sinne - bis bald
verfasst vom
"Leithammel" Nicole |